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  Die NABU Umweltwerkstatt Wetterau hat ein neues Bildungsprojekt:
ZukunftsBotschafter für die Region

Zum 1. Januar 2010 hat die NABU Umweltwerkstatt Wetterau den Startschuss zum neuen Bildungsprojekt "ZukunftsBotschafter" gegeben. Nach den Grundsätzen einer "Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)" werden in verschiedenen, auf die Zielgruppen abgestimmten Maßnahmen komplexe Nachhaltigkeitsthemen behandelt. 
Ziel ist die Ausbildung von "ZunkunftsBotschaftern" als Multiplikatoren in unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen. Ob als Schülerin, die eine Umwelt-AG in der eigenen Schule initiiert oder als Erwachsener, der Gruppenführungen anbietet oder im eigenen Betrieb für die Behandlung des Themas sorgt.

Ein Netzwerk schaffen
Die NABU Umweltwerkstatt Wetterau will in den nächsten Jahren ein umfassendes Netzwerk aus Multiplikatoren für eine nachhaltige Entwicklung aufbauen. Dazu werden "Zukunftsbotschafter" für die Region Wetterau (Hessen) ausgebildet. Zielgruppenorientiert werden dazu im Wesentlichen vier Themenkomplexe aufbereitet: "Klima & Energie", "Landwirtschaft & Ernährung", "Wasser & Fließgewässer" sowie "Biodiversität & Freizeit". Der Darbietung der Themen ist gemeinsam, dass globale Fragestellungen stets in einen lokalen Kontext und damit in den Bereich der persönlichen Betroffenheit der Teilnehmer gestellt wird. Außerdem sollen Perspektivwechsel eingenommen und alltägliches Verbraucherverhalten hinterfragt werden. Alternative Strategien werden gemeinsam erarbeitet und neue Handlungsansätze erprobt. Grundsatz neuer Konzepte sollte immer die Vereinbarkeit von Ökologie, Ökonomie und Sozialem sein.
Die Zukunftsbotschafter werden in einem Netzwerk zusammengefasst und weiterhin von der NABU Umweltwerkstatt Wetterau betreut, fortgebildet und gezielt vernetzt.

Jeder kann ZukunftsBotschafter sein
Das Projekt weist auf die Verantwortlichkeit, aber auch auf die Handlungsoptionen jedes Einzelnen hin. Jeder kann Zukunftsbotschafter werden und jeder ist gefragt, wenn es darum geht, Alltagshandeln auf Nachhaltigkeit zu überprüfen und neue Verhaltensmuster einzuüben.
Auf verschiedenen Ebenen sollen Menschen angesprochen und über unterschiedliche Veranstaltungsformate zu Zukunftsbotschaftern ausgebildet werden. Dies findet in Seminarreihen für Erwachene statt, in Ferienspielserien für Kinder und in Projektwochen an Schulen. Jeweils in Projektgruppen werden Themenschwerpunkte aufgegriffen, die mit der Region verknüpft sind, gemeinsam behandelt, Probleme benannt und Handlungsalternativen und Lösungsstrategien entwickelt.
Jeder Zukunftsbotschafter wirkt anschließend in seinem direkten Umfeld, am Arbeitsplatz, im Verein, in der Familie oder in der Schule und regt zur Beschäftigung mit den Fragen der Nachhaltigkeit an. Dadurch soll eine Schneeballaktion initiiert werden, die eine breitere Beschäftigung mit den zukunftsrelevanten Themen nach sich ziehen soll.

Ausbildung von ZukunftsBotschaftern
Im Wesentlichen werden drei Veranstaltungsformen zur Ausbildung von ZukunftsBotschaftern gewählt:

1. Seminar- und Veranstaltungsreihe: Vorrangig für Erwachsene, die sich für das Thema interessieren oder bereits aktiv in Agenda-Gruppen, Natur- und Umweltschutzverbänden oder in entwicklungspolitisch arbeitenden Gruppen sind. Ein Interesse am Lebenslangen Lernen und die Bereitschaft Wissen und Erfahrungen weiterzugeben wird vorausgesetzt.
Begonnen wurde diese Ausbildungsreihe bereits im März 2010 zum Thema "Biodiversität & Freizeit" mit einer Fortbildungsreihe aus sechs Modulen. Im Juni 2010 wird sich eine Reihe zum Thema "Klima & Energie" anschließen. Voraussichtlich im Herbst 2010 folgen Angebote zu den Themenkomplexen "Landwirtschaft & Ernährung" sowie "Wasser & Fließgewässer".
Diese Veranstaltungen werden auch im Rahmen der Lehrerfortbildung akkreditiert.

2. Ferienspiele: In einem zweiwöchigen Ferienspiellager erwerben die 7 bis 12 jährigen Teilnehmer eine Reihe an Handlungskompetenzen. Neben der inhaltlichen Arbeit wird auch das soziale Miteinander eingeübt, die Zubereitung des Mittagessens muss in der Gruppe organisiert werden, dabei werden ausschließlich Lebensmittel aus ökologischem Anbau und aus der Region verarbeitet. Damit kann u.a. ganz praktisch das Thema "gesunde Ernährung" und "globaler Speisezettel" erfahren werden. Die Kinder sollen mit ihrem neuen Wissen und ihren neuen Kompetenzen anschließend vorrangig in der eigenen Familie als ZukunftsBotschafter aktiv werden und den eigenen Haushalt auf Nachhaltigkeit überprüfen.

3. Projektwochen an Schulen: Den Schulen im Wetteraukreis wird die Ausrichtung einer Projektwoche zu einem der vier Themenkomplexe des Angebots der ZukunftsBotschafter-Ausbildung angeboten. Im gewählten Themenkomplex werden exemplarisch Bezüge zum eigenen Handeln hergestellt, Handlungsalternativen entwickelt und konkrete Aktivitäten eingeübt. Die Teilnehmer dieser Projektwochenangebote sollen vorrangig in der eigenen Schule als Multiplikator tätig werden, z.B. als Arbeitsgruppe der Schülervertretung, in redaktionellen Beiträgen in der Schülerzeitung oder als Berater für die Mitschülerinnen und Mitschüler. Wünschenswert wäre auch die Gründung einer Arbeitsgruppe durch diese Schüler, z.B. in Form einer "Umwelt-AG" oder einer Schülerfirma, die nachhaltiges Wirtschaften in den Vordergrund rückt.

Über diese drei skizzierten Veranstaltungsformen hinaus werden auf Abruf auch weitere Formen, wie Vorträge, Einzelworkshops oder Zukunftswerkstätten angeboten. Bei Interesse können einzelne oder mehrere Module auch von Kindergärten, Schulen, Bildungseinrichtungen, Vereinen und Firmen gebucht werden.

Globale Nachhaltigkeitsfragen regional angebunden
Das Projekt orientiert sich wesentlich an den vier Themenkomplexen "Klima & Energie", "Landwirtschaft & Ernährung", "Wasser & Fließgewässer" sowie "Biodiversität & Freizeit". In der Behandlung dieser Themenkomplexe sollen jeweils globale Themen mit lokalen Ansatzpunkten verknüpft werden, um Betroffenheit einerseits und Aktivität andererseits zu erzeugen, frei nach dem Motto "Global denken - lokal handeln"

Klima & Energie beispielsweise hinterfragt die regionale Energiegewinnung , die Vorteile einer Biogasanlage werden z.B. den Nachteilen des dafür notwendigen Maisanbaus in Monokultur gegenüber gestellt. Es werden Möglichkeiten der Energieeinsparung und des Einsatzes erneuerbarer Ressourcen im eigenen Haushalt dargestellt. Außerdem wird nach Indikatoren für einen Klimawandel vor der eigenen Haustür gefahndet, die Verantwortung unserer Gesellschaft für andere Gruppen auf der Erde thematisiert und Maßnahmen zum Klimaschutz sowie zur Klimaanpassung diskutiert.
In der Region können bereits zahlreiche Beispiele für die Verwendung erneuerbarer Energien betrachtet werden: Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen, Wasserkraftwerke, Anbau nachwachsender Rohstoffe, Biogasanlagen und vieles mehr. Beispiele, die auch auf kleine Einheiten, wie den eigenen Haushalt heruntergebrochen werden können.

Landwirtschaft & Ernährung greift neben der Frage einer gesunden Ernährung (z.B. in Form der Mahlzeiten bei den Veranstaltungen) u.a. den Spannungsbogen "Obstwiesen" auf, bei dem der Verlust dieses artenreichen Lebensraumes aufgrund der Verbraucher-Nachfrage nach makellosem Importobst diskutiert wird. Schnell wird der Zusammenhang zwischen ökologischen Zielen und ökonomischen Anreizen deutlich.
Aber auch unser "globaler Speisezettel" steht auf der Agenda. Woher kommen die Früchte im Supermarkt, aber mittlerweile auch in den Bioläden? Gibt es Unterschiede in der ökologischen und ethischen Betrachtungsweise: Ist es sinnvoll fair gehandelte Früchte aus fernen Ländern mit hohem Energieauffwand in unsere Region zu importieren?
Wie kann Landwirtschaft in der Region einen globalen Beitrag leisten und wie können wir als Verbraucher über unsere Ernährung nicht nur einen Beitrag zur eigenen Gesunderhaltung, sondern auch zu ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit leisten?
Der Landwirtschaft kommt in der Wetterau historisch und aktuell eine besondere Bedeutung zu. Global gesehen lässt sich oft der Wohlstand einer Volkswirtschaft an Anteil der in der Landwirtschaft bzw. in der Industrie Beschäftigten ablesen.

Wasser & Fließgewässer thematisiert den Kampf um die Verteilung des Wassers als globales Problem, das auch in der Wetterau festgemacht werden kann. Die Wetterau ist eine relativ trockene Landschaft am Fuße des regenreichen Vogelsberges. In diesem Themenkomplex  wird die Austrocknung von Niedermooren ebenso behandelt wie die Bedeutung der Auen für die Hochwasserrückhaltung und die Biodiversität. Hier können globale Betroffenheiten mit direktem Heimatbezug erlebbar gemacht werden, in dem z.B. die Reise des Wassers vom Regentropfen bis zur Mündung ins Meer nachverfolgt wird. Schließlich ist die Rolle des Wassers für den Menschen ebenso bipolar wie das Molekül an sich: Ein Teil der Menschheit leidet unter der Trockenheit und dem Wassermangel, ein anderer Teil wird durch Hochwässer bedroht. Unter dem Strich haben weite Teile der Erdbevölkerung keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasserressourcen.

Biodiversität & Freizeit Die Wetterau liegt am Rande des Rhein-Main-Ballungsraumes und ist Raum der Naherholung für die Stadtbewohner. Der Freizeitdruck erzeugt Konflikte im der Erhalt der Biodiversität, enthält aber auch die Chance der Wertschöpfung und der Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Tourismusbranche. Die Wetterau ist seit der letzten Eiszeit erheblich durch den Menschen geprägt, der auf den besonders fruchtbaren Böden seit 7.000 Jahren Ackerbau und Viehzucht betreibt. Obwohl sich hier nie ein Urwald einstellen konnte und weite Teile der Landschaft seit jeher waldfrei sind, konnte sich die Wetterau mit dem Menschen zu einer der artenreichsten Landschaften Mitteleuropas entwickeln. Erst mit der Industrialisierung begann ein Rückgang der Tier- und Pflanzenarten. Damit steht diese Landschaft exemplarisch für die Frage des Umgangs des Menschen mit den natürlichen Ressourcen und ermöglicht den Zugang zu der Antwort auf das richtige Maß für die Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien.

 

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[MindMap zum Gesamtprojekt...]
[MindMap Klima & Energie...]
[MindMap Biodiversität & Freizeit...]
[MindMap 
       Landwirtschaft & Ernährung...]
[MindMap Wasser & Fließgewässer...]
 
     

 

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